Nicht mehr lange

Juni 5, 2008

In zwei Monaten werde ich wieder in Deutschland sein. Mittlerweile vergeht die Zeit hier so schnell wie in Lippstadt. Und von Langeweile kann keine Rede sein. Seit fast 4 Wochen habe ich Stress, weniger Schlaf, aber auch eine höhere Motivation, mehr Spaß bei der Arbeit und Verantwortung.

Vor vier Wochen habe ich GGA verlassen, um mich Yannic und Stefan, auch Ehemaligen GGAlern, beim Umbau und Renovierung von zwei Kinderheimen anzuschließen.

Ich arbeite jetzt 70km von GGA entfernt in einem Vorort von Durban, einem ehemaligen Township, oder ca. 30km entfernt in einem anderen Tal. Zum einen sind wir 3 selbst am Arbeiten, z.B. um den Boden in 3 Arbeitsschritten auszubessern und zu versiegeln, zu streichen, Küchen zu installieren, Sicherheitsgitter und Regale anzubringen oder alle möglichen Hausmeisterarbeiten zu erledigen. Ansonsten treten wir als Bauherren auf, die Bauarbeiter unter Vertrag haben, Zaunbauer oder Pflasterer beauftragen, Materialen bestellen oder finden, Hühnerstelle zusammen basteln lassen, Pläne überarbeiten oder wie heute Sümpfe trocken zu legen versuchen, indem man ein Bagger(mittlerweile kann ich verstehen warum so viele Kinder Bagger fahren werden wollen;) ein Betonrohr verlegen lässt. Quantitativ kann ich nicht präzise ausdrücken wie sehr unsere Aufgaben und Verantwortlichen gestiegen sind.

Yannic, Stephan und Lena haben ein paar Tage, nachdem Yannic mit mir aus Deutschland zurückgekommen, GGA verlassen, um mit ihrer neuen Tätigkeit zu beginnen. Nach 5 Wochen habe ich mit den Dreien und ihrem Finanzier ein Wochenende verbracht, eine Woche später war ich selbst dort und Lena fast wieder in Deutschland.
Das erklärt grob wie ich dazu gekommen bin mit Yannic und Stephan zu arbeiten.

Gründe warum ich in sieben Tagen gewechselt bin gibt es mehrere:
- Der Reiz der Aufgabe zwei Kinderheime aufzubauen
- Planungssicherheit für 7 Wochen
- Neue Seiten von Afrika kennenzulernen
- Verantwortung
- Kein Arbeiten nach der Uhr: Es wird gearbeitet bis das Tagesziel erreicht ist anstatt die Arbeit so zu verkürzen, dass man seinen nach Hause Trip nicht verpasst

Es gibt noch viel mehr über diesen Wechsel zu schreiben, vor allem die Art von Freiwilligenarbeit zu schildern, die ich mittlerweile für sinnvoll halte!

Über meine Zeit in Deutschland habe ich immer noch nichts außer Stichpunkte hintereinander bekommen….

Schlaft gut!


Zurück in Südarika

April 17, 2008

Jetzt bin ich schon wieder 3 Wochen in Südafrika, in meinem 9 Monat FSJ, und habe es nicht hintereinander bekommen einen Bericht über meinen Monat in Deutschland zu schreiben… Das wird heute aber auch nicht passieren^^.

Ihr sollt wissen, dass es mir hier gut geht und ich jetzt 7 Tage verreisen werde. Maputo in Mosambik werden Hendrik, Jan, Falk und ich ansteuern, um unberührte Strände und alte Kolonialstätten zu genießen!

Nach einem Monat Deutschlandtour und einem Monat intensiver Vorbereitungen, bin ich wieder im ganztägig im Building Team tätig. Während meiner Abwesenheit war eine deutsche(Bericht) und eine englische Gruppe in Goergedale und Sankonthse tätig. Die beiden Häuser habe ich dann in meiner ersten Woche mitgeholfen fertigzustellen(Türen, Fensterscheiben, Lückenfüllen…). Zur Zeit sind wir mit dem Bau einer Kuhweide beschäftigt. Mein Wohnort, eine kleine Farm, ist verkauft und deshalb müssen demnächst unsere Kühe nach GGA umziehen. 10km Kuhtreiben auf befahrenen Straßen- das wird ein Spaß.

Ich werde wahrscheinlich schon früher umziehen müssen, da auf Grund sinkender Freiwilligenanzahl(Saisonal bedingt) das Building Team aufgelöst werden wird. Mal sehen was sich übernächste Woche ergibt…

Dann noch etwas aktuelles aus meinem Leben hier: Nun bin ich ja wieder zurück aus dem Wohlstandsdeutschland und möchte daher einen Vergleich zu einem offiziellen 1. Welt Land in Afrika ziehen. Die Energieversorgung in Südafrika ist bedroht, weil Jahrelang keine neuen Kraftwerke gebaut wurden und die benötigte Energiemenge unterschätzt wurde. Warum das passiert ist und wer Schuld ist will ich gar nicht erwähnen. Über die Diskussion ist man hinweg und alle versuchen mittlerweile Wege aus der Krise zu finden. Zur Zeit wird das über das nationale Bewusstsein probiert. Alle hängen mit drinnen, daher muss man gemeinsam herauskommen. Radiomoderatoren versuchen die Stromausfälle mit Humor zu verniedlichen und der Staat betreibt indirekten „Klimaschutz“ durch Hinweise auf Stromfresser im Haushalt(z.B. 10 000ende Poolpumpen). Das soll an Infos reichen.

Jetzt meine persönliche Erfahrungen: Es gibt einen Stromausfall-Plan, der seit ein paar Wochen in Kraft tritt und mein Zuhause dreimal wöchentlich von 20.00 – 22.00 vom Netz nimmt. Da ich nicht nur zuhause bin, habe meistens 12 Std. pro Woche keinen Strom.
Tagsüber mag das ok sein, schränkt die Arbeit ein und nervt, aber abends im Dunkeln zu sitzen ist nicht schön… Ich beschäftige mich dann mit meinem Laptop oder versuche bei Kerzenlicht zu lesen. Ich habe mich daran gewöhnt, aber es hat mir das Leben von „Berghängen“ verdeutlicht, die keinen Strom haben. Im Valley of a Thousand Hills gibt es noch viele solcher. Auch die Wasserversorgung ist zentralisiert: Wasserholen ist für viele Alltag.
Ohne Strom könnte man ab 18 Uhr nicht mehr lesen! Kerzen sind zwar nicht mehr so teuer wie vorigen Jahrhunderten, aber ein Bildungsnachteil ist das schon.

Das ganze Thema um Energie beherrscht aus gutem Grund das Interesse der Mächtigen…

Heute Abend hatte ich übrigens Strom. Ohne Strom wäre ich wahrscheinlich schon am schlafen, weil mit Laptop im Dunkeln sitzen ziemlich müde macht!

7 Tage werde ich keine Mail beantworten können, weil Mosambik für wertvolle Gegenstände zu gefährlich ist!

Ich wünsche euch eine schöne Woche und Gute Nächte!


Die zweite Deutschlandtournee der „Young Zulu Warriors“

Januar 14, 2008

Ich komme nach Deutschland!

Am 27.2 werde ich wieder in Deutschland sein, um die einmonatige Deutschlandtour der “Young Zulu Warriors”, den Chor God’s Golden Acre, zu begleiten!
In Lippstadt werden wir am Mittwochabend, den 12. März, einen Auftritt im Stadttheater haben! Karten sind dafür ab jetzt im Weltladen oder in der Kulturinformation im Rathaus zu erhalten.
Preise: 10€ Erwachsene; 8€ Kinder und Schüler.

Die Tour mit dem Musical „Thula Sizwe“ ist ein Projekt zur Selbsthilfe GGAs. Mit dem Gewinn kann zum Teil das tägliche Leben finanziert werden und hoffentlich das “Theater“ GGAs fertiggestellt werden. Dann könnten Besuchergruppen die Vorführung des Musicals buchen und die Spendenabhängigkeit reduziert werden. Bis jetzt steht das Gebäude, die Ausstattung fehlt jedoch, sodass der Chor meistens nur eingeladen wird und selten einlädt…

Bei diesem Chor handelt es sich mittlerweile nicht mehr um eine Laiengruppe von Künstlern aus den Valleys, sondern um erfahrene Darsteller. Das machen allein die bisherigen Auftrittsorte deutlich:

  • Welt AIDS Konferenz, Durban
  • Eröffnung des „Nelson Mandela Hospital“ (abschließend wurde jedes Mitglied von Nelson Mandela persönlich begrüßt, da er die „GGA Young Zulu Warriors“ ausdrücklich für diese Feierlichkeit haben wollte, nachdem er sie auf einer Konferenz erlebt hatte.)
  • Erfolgreiche sechswöchige Tour durch England und Wales im Jahr 2002 – mit Gastauftritten unter anderem in der „Brixton Academy“ in London
  • Erfolgreiche Tour durch Deutschland im Jahr 2006 unter der Schirmherrschaft von Hans Eichel
  • Erfolgreiche Tour durch England im Jahr 2007
  • Unzählige Auftritte in Südafrika – bis nach Kapstadt

Wie ihr seht, wird die Tour 2008, vom 29.2 bis 26.3, nicht ohne Vorgeschichte organisiert;).

Die 27 Sänger und Sängerinnen sind zwischen 11 und 37 Jahren alt. 10 sind noch nicht volljährig und 10 weitere nicht älter als 25. Es ist ein Chor von jungen Erwachsenen, von denen die meisten schon auf Grund der Aids Pandemie Älteste(r) ihrer Familie sind und ihre Geschwister versorgen müssen.

Das Musical selbst handelt über Dinge aus ihrem täglichen Leben: Neben HIV, geht es um ihre Traditionen und die Zeit des Aufbruchs/Umbruchs nach dem Ende der Apartheid. Hier eine kurze Inhaltsangabe:
Ende der 80er Jahre, in der Zeit der großen Veränderungen in Südafrika, herrscht nicht nur auf politischer Ebene Chaos. Auch die Bevölkerung durchlebt eine Zeit voller Gewalt und Auseinandersetzungen. In KwaZulu-Natal, dem Staat der Zulus, findet ein besonders erbitterter Kampf zwischen den rivalisierenden Stämmen und ihren Oberhäuptern statt.
In der Region um Swayimane wird Sizwe als Sohn von Chief Mchunu als zukünftiger Nachfolger geboren. Leider wird auch sein Stamm bald Opfer der Gewalt und seine Eltern werden im Kampf getötet. Sizwe und seine Schwester Nozipho bleiben als Waisen zurück und wachsen von da an bei ihren Verwandten auf. Ihr Onkel übernimmt vorerst die Führung des Stammes, bis Sizwe alle traditionellen Voraussetzungen, ein Chief zu werden, erfüllt hat.
Einige Jahre später, Sizwe lebt inzwischen ein normales Leben in der Zulu-Gemeinschaft, bekommt er eine Einladung von seinem Onkel, nach Johannesburg zu reisen, um an der Universität Medizin zu studieren. Natürlich folgt er dieser Einladung und wird bei seiner Abreise besonders von den weiblichen Stammesmitgliedern gefeiert.
Sieben Jahre später: Schon bald nach seinem Studium hat Sizwe mit seinen Freunden David und Pieter eine Praxis in Johannesberg eröffnet. Langsam wird es aber ernst für ihn: Es ist an der Zeit, die Nachfolge als Chief seines Stammes anzutreten. Um aber der Tradition der Zulu gerecht zu werden, muss Sizwe vorher noch eine Frau auswählen. Er kommt daher zusammen mit seinen Freunden – nach langer Zeit – wieder zurück zu seinem Stamm. Nach der erfolgreichen Wahl seiner zukünftigen Ehefrau werden auf traditionelle Weise die Vorbereitungen für die Hochzeit eingeläutet.
Wieder zurück in Johannesberg erfährt Sizwe, dass seine Schwester ein Kind von Pieter erwartet, leider aber schwer krank ist. Während eines Besuches bei ihrem Bruder in Johannesburg wird der Verdacht auf eine HIV-Infizierung bestätigt und noch während der Geburt verstirbt Nozipho.
Durch den Tod seiner Schwester am Boden zerstört, bleibt ihm aber keine Zeit für Trauer, da die Hochzeit und die damit verbundene Krönung kurz bevor stehen…!

Zum Verständnis:
Chief: Im Zululand gibt es einen König und viele kleinere Herrscher, die sich „Chiefs“ nennen. Seinen Ursprung hat diese Hierarchie aus Königs Shakas Zeiten. Er hat viele andere Stämme im Kampf besiegt, deren Könige ihm darauf die Treue schwören mussten. Er wurde König über alle Stämme, die anderen blieben „Chief“ ihres Stammes. Da Südafrika eine Demokratie ist, hat der König keine direkte politische Macht, jedoch ist er mindestens so eine Art Bundespräsident und bekommt auch staatliche Mittel für Öffentlichkeitsarbeiten(Wie z.B. beim Fest in Xwa Ximba-> s. Post).
Stammeskämpfe nach Ende der Apartheid: Es gab zwei rivalisierende Parteien, die sich bei den Wahlen durchsetzen wollten. Es scheint hier so zu sein(gewesen zu sein), wie bei uns mit den Religionszugehörigkeiten im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen“ zu sein: Wessen Land, dessen Partei.
Swayimane: Ortschaft in der Nähe GGAs.
Für sonstige Fragen bitte einfach einen Kommentar hinterlassen!

Fehlt noch die vollständige Liste aller Aufführungen:

29.2 Ludwigsburg
01.3 Köln
03.3 Bremen
04.3 Bremen
05.3 Pinneberg
06.3 Walsrode
08.3 Drachten (NL)
09.3 Hardenberg (NL)
10.3 Hardenberg (NL)
12.3 Lippstadt
14.3 Kassel
16.3 Dortmund
19.3 Villingen Schwenningen
20.3 Donaueschingen
22.3 Nürtingen
25.3 Neumarkt i.d.O.

Ich werde eine neue Seite auf meinem Blog zur Tour und den YZW einrichten. Dann hoffentlich mit etwas besser geordneten Informationen als in diesem Beitrag!

Es geht mir gut und in den letzten Tagen war ich wegen der Tour Organisation auch von meinen Building Team Pflichten entbunden. Das Wetter und die Lieferschwierigkeiten von Baumaterial lassen das (leider) zu. Habe also gerade nicht zwei Jobs gleichzeitig zu erledigen:).

LG, Henry


Urlaub in Simbabwe

Januar 13, 2008

Meinen ersten Urlaub habe ich in Johannesburg und an den Victoria Wasserfällen verbracht. Auf der Reise habe ich in Mugabes heruntergewirtschaftetes Simbabwe gesehen. Wenn man bedenkt, dass die Afrikaner ihn gegen Merkels Äußerungen ziemlich direkt verteidigen, zeigt das schon welche Art von Regierungen Afrika zusetzen. Zum Glück ist er schon 83…

Die Tage vom 14 – 21 Dez. habe ich trotz aller Bilder sehr genossen. Erholt habe ich mich nicht, aber das konnte ich an den etwas ruhigeren Weihnachtstagen nachholen.
Mit einem kurzen Zwischenstopp zur Vorbereitung in Johannesburg ging es am Sonntagnachmittag auf zum Ziel Victoria Wasserfälle.
Die Hinfahrt war wegen unseres wasserundichten Busses und einem klapprigen Minibus nicht sehr angenehm. Bei der Wahl des Busunternehmens hatten wir nicht sehr viel Glück: 5 Sitze pro Reihe, permanente Heizung und die Innenscheibe herunterfließender Regen. Wir saßen also für gut 15 Stunden in nicht einmal Schulterbreiten Sitzen bei tropischem Klima^^. Als wir dann gegen 8 Uhr am Montagmorgen in Bulawayo in Simbabwe waren, mussten wir einen Möglichkeit finden möglichst am gleichen Tag noch zu den Victoria Fällen weiterzureisen.
Die einfachste und schnellste Möglichkeit waren Minibusse. Wir haben uns von in Südafrika arbeitenden Simbabwern beraten lassen, die uns dann anschließend noch zur Taxistation gefahren haben:
Ich im Minibus
Hier wurde ich sitzend im Minibus fotographiert. Nach einer kurzen Pause, mussten wir ihn alle zusammen durch Anschieben kickstarten.

Das Gespräch, zu dem wir eine gute halbe Stunde Zeit hatten, war ein Punkt warum sich die unbequeme Reise gelohnt hat. Man erfährt einfach nichts, wenn man über ein Land herüberfliegt. Zwei Familienväter sind für ihre 4 wöchigen Jahresurlaube aus Südafrika zu ihrer Familie gereist. Sie sehen Frau und Kinder für 11 Monate nicht, bringen dann alles mögliche Alltagsgut aus Südafrika mit und bauen z.B. an ihrem Häusern weiter… 3 Mio. von 13 Mio. Simbabwern arbeiten mittlerweile im umliegenden Ausland. Vor allem Fachkräfte bekommen Einreisegenehmigungen, weil diese in den prosperierenden umliegenden Marktwirtschaften gebraucht werden. Hier profitieren die Simbabwer von ihrem guten Schulsystem, das es z.B. in Südafrika lange für 80% der Bevölkerung nicht gab.
Die beiden Schwiegersöhne von einem der beiden Männer sind trotzdem zuversichtlich. Beide sind Unternehmer im Bereich der Wasserversorgung, haben einen neueren Toyota und wissen wie der Schwarzmarkt funktioniert. Es gibt zwar kaum etwas zu kaufen, aber ernähren können sie ihre Familien ohne Probleme.
In der staatlichen Zeitung wie im Fernsehen gibt es englischen Fußball als Freizeitbeschäftigung. Zum ersten Mal hatte ich eine zensierte Tageszeitung in der Hand. News aus Europa: Steigende Inflation, vielleicht über 3% stand da- ziemlich lächerlich zu über 1000% Hyperinflation im eigenen Land, die im privaten Sektor in die 10000 geht…..
Auf dem Titelblatt wurde über Trillionen neue gedruckte Simdollar angeben, die wegen der Verbrecher auf dem Schwarzmarkt, die das Geld verknappen, neu gedruckt werden. Vor jeder Bank in Bulawayo waren Schlagen von Menschen. Jeden Tag warten viele auf Geld, aber es gibt einfach keines. Wir haben mit „Scheinen“ bezahlt, die seit dem 31. Juli abgelaufen waren…. Letzter Kurs: 1€ = 1,5 Mio. Simdollar. Getauscht haben wir Dollar gegen 10 Mio. Bündel, weil die größte Note nur 200.000 Simdollar war.

Geld zählen für die Zugtickets
Hier zählen wir gerade Geld für unsere Zugtickets.

Zwei Tage waren wir leider nur an der Victoria Wasserfällen, aber die haben ausgereicht, um von ihnen fasziniert zu werden. Hier einfach ein paar Fotos von den Wasserfällen und mir(ich habe übrigens seit Anfang November kurze Haare: Bei den Drakensbergfotos bin ich der mit dem gelben Rucksack und der Cap;):
vic falls 1

vic falls Ich im Sprühregen von den Wasserfällen
Das Wasser fällt so tief, dass es heftig genug aufschläg, um wieder hochzukommen: Es gab immer einen schönen Sprühregen- sehr angenehm bei glühender Sonne.

vic falls 2

vic falls 3

vic falls 4

Gruppenfoto an den Wasserfällen: Falk, Ich, Hendrik und Volker
Gruppenfoto vor den Wasserfällen: Falk, Ich, Hendrik und Volker

Mittwochabend sind wir dann wieder abgereist. Nach den Strapazen der Hinreise wollten wir in Ruhe mit dem Nachtzug nach Bulewayo zurückfahren, der 14 Stunden für 450km braucht. Mit Glück haben wir dann noch eine Kabine mit 4 Betten bekommen, weil eine Reservierung nicht wahrgenommen wurde. Preis: 4,8 Mio. Simdollar, also ein wenig mehr als 3€^^.

Die Fahrt war ein Erlebnis das ich immer mit Afrika verbinden werde: Sehr gemütliche Reisegeschwindigkeit, 7 Stunden Dauerschlaf im Zug, eine demontierte Bahnschiene zur Reparatur der anderen, gekochte Maiskolben bei kurzen Stopps an Bahnhöfen kaufen, viel Grün und viele Gegend.

Hendrik am schlafen
Hendrik schläft im Zug.

Frühstück im Zug
Frühstück im Zug: Toastbrot mit Thunfisch und Senf. In Simbabwe kann man so gut wie nichts kaufen. Wir hatten alle Lebensmittel aus Südafrika mitgebracht und haben nur Wasser, 4 Maiskolben, ein paar Früchte, 2 Pommes und 4 Burger(Hühnchen, Brot, Tomate, Salatblatt- keine
Majonäse) auf der Rückreise gekauft.

Da wir durchs Land gefahren und nicht herübergeflogen sind, habe ich natürlich auch Hungernde gesehen. Gewichtsprobleme gibt’s des in diesem Land leider kaum, sondern nur klapperige junge Frauen, die verzweifelt versuchen Mangos zu verkaufen. Das Durchschnittsalter liegt bei 20 und die Lebenserwartung bei ca. 40 Jahren!

Alles in allem war es eine lohnende Erfahrung durch eine Diktatur zu fahren und dadurch mit Einheimischen in Kontakt zu kommen.


Frohe Weihnachten!

Dezember 24, 2007

Hier beginnt gleich die Weihnachtsfeier für die Kids!

Alle Freiwilligen zusammen habe Geschenke für jedes Kind besorgt, die gleich mit einem leckeren Essen verteilt werden. Zur Zeit sind nur noch die Hälfte der Kinder auf GGA, der Rest ist bei seiner Verwandschaft. Es wird also überschaulich und spannend, aber besinnlich wohl kaum. Dafür wird es zu laut sein und die Temperaturen locken mehr nach draußen als rein.

Morgen gehen alle größeren Kinder(5 und älter) für ein paar Tage an den Strand, sodass es hier ziemlich ruhig wird.

Ich wünsche Euch allen ein schönes Fest!


Urlaub

Dezember 14, 2007

Ab heute Nachmittag habe ich bis zu Freitag, den 21. Dez, Urlaub! Meine letzten Berichte des Jahres 2007 werden dann über meinen Urlaub und die Tage zum Inhalt haben.

Mach euch ein paar schöne Tage!

LG aus Südafrika


2 tägige Wanderung in den Drakensbergen

Dezember 13, 2007

Ich komme heute endlich dazu, euch von meinem vorletzten Wochenende zu erzählen:

Übernachtung unter (fast) freiem Himmel

Zusammen mit Hendrik, Jan und Falk wurde ich von einer 27jährigen aus der Kirchengemeinde, die zusammen mit 3 Freunden eine Wanderung mit Übernachtung in der „schönstens“ Hölle der Drakensberge geplant hat, mitgenommen. Die 3 Freunde waren ein 25 und 57jährigen Mann und eine 41jährige Frau. Wir 4 mit unseren zarten 20 Jahren haben der Gruppe eine große Alterspanne gegeben, die das ganze noch interessanter gemacht hat.

Um 5 Uhr morgens hieß es aufstehen, um halb sechs wurden wir abgeholt. Es hat sich alles natürlich ein wenig verzögert, da einer von uns seinen Schlüssel auf GGA vergessen hatte und nicht in sein Zimmer kam(Ich war’s nicht! Aber die Namensgebung scheint schon etwas mit Verpeiltheit zu tun zu haben;)

Um 9 sind wir dann im Garden Castle, das ca. 100km südlich von Sani Pass gelegen ist, wo ich schon vor 2 Monaten einmal war. Südafrika ist gut organisiert, solange Geld im Spiel ist. Damit wir notfalls gefunden werden, wenn wir verloren gehen, mussten wir uns ins Wanderbuch eintragen und eine Art Kurtaxe bezahlen.

Wir sind dann gegen halb zehn von hier aufgebrochen.
Garden Castle

Unsere Mittagspause war dann bei angenehm warmen Temperaturen an einem Bergfluss, der von einem riesigen Felsen gestaut wurde. Glasklares und eiskaltes Wasser!
Vom Felsen gestauter Fluß
Falk und ich am Frieren

Weiter ging es dann mit einer Flussüberquerung zur Höhle, die sich als Felsvorsprung entpuppte. Gegen 4 war unsere nicht allzu anstrengende Wanderung auch schon wieder zu Ende.
Beim Wandern

Die 2 Flussüberquerungen der Tour haben wirklich am meistens Spaß gemacht! Wenn man nicht seine Schuhe ausziehen und durchs kalte Wasser waten wollte, musste man lange suchen. Springen musste ich beide Male trotzdem und bin am Ende sogar, dank vernünftiger Schuhe;), nicht nass geworden!
Bergfluss

Die Höhle:
Höhle_1
Höhle_2
Höhle_3
Und vom weitem:
Höhle vom weitem

Auf das Abendessen habe ich mich dann wirklich gefreut, weil es bei Einbruch der Dunkelheit empfindlich kalt wurde. Leckere Käsewürstchen und ein paar Fertignudeln haben wirklich viel leckerer geschmeckt als in der Zivilisation. Als „moderner“ Mensch kann man sich wirklich nicht vorstellen, wie Menschen ohne Supermarkt überleben konnten.
Käsebockwürste

Die Nacht selbst war spannend und erholsam. In kompletter Dunkelheit, beim ziemlich lautem Plätschern des Wasserfall, mit ganz feinem Nieselregen von diesem und den Blick auf sternklaren Himmel habe ich auf selbstgeschnitten Gras geschlafen.
Ganz kurz warum die Übernachtung auf Gras: Wir haben hier zwei Übernachtungsmöglichkeiten, GGA und Outreach. Einer war auf GGA und wollte mitkommen, sollte morgens fertig mit zwei Isomatten-einer für mich und einer für ihn- an der Straße stehen. Leider hat er verschlafen, weil er seinen Wecker nicht gestellt hat.
Daher war ich gezwungen mir mein eigenes Bett abzuschneiden. In einer halben Stunde hatte ich genügend Gras zusammen, um weich zu ruhen:
Mein Bett aus Gras

Am nächsten morgen wurden wir um 6 Uhr geweckt und sind nach unserem Haferschleim(engl. oats) mit Zimt-Apfel Geschmack aufgebrochen. Mein erster Haferschleim war lecker und füllend!

Wir sind dann vor unserm Rückweg das Tal noch weiter zu 300 Jahre alten Felsmalereien runter gelaufen, die die letzen Ureinwohner hinterlassen haben:

Der Rückweg wurde durch einen Bergaufstieg abgekürzt. Auf dem Hinweg sind wir einmal drum rumgelaufen. Vor den Aufstieg gab’s noch eine kurze Pause, weil der Rest etwas länger beim Waten durch den Fluß gebraucht hatte, wobei wir beide uns für Springen entschieden haben:
Vorm Aufstieg- das letzte Foto des Wochenendes

Den Aufstieg haben wir dann versucht etwas flotter anzugehen, um am Ende als erste eine Felsdusche zu entdecken. Die Akkus unserer Kameras waren leider leer….kein Foto!
Das letzte Foto dieses Wochenende war von der Pause vor dem Aufstieg(siehe oben).

Das Mittagessen aus Kräckern, Käse und Thunfisch haben wir dann im Schatten eines Felsen mit herrlichem Ausblick aufs Tal zu uns genommen.

Gegen halb eins waren wir wieder bei den Autos. Auf dem Rückweg haben wir noch einen Stopp für eine kleine Apfeltorte mit Eis gemacht, um gegen 5 wieder im Outreach zu sein.

Ende der Geschichte.
Einen schönen Abend noch euch allen!


4 Monate Südafrika!

Dezember 8, 2007

Ich sitze gerade auf GGA in einem Rondavel, schreibe verschiedenes und gucke aus dem Fensterauf blau gestrichene Rondavel mit rostigen Dächern auf dem nächsten Hügel. Es ist heute kalt und regnerisch.
Diese Woche unterscheidet sich von den restlichen stark, weil wir auf GGA ein Ferienlager veranstalten. Ungefähr 40 Kinder aus den umliegenden Orten wurden eingeladen, um für 10 Tage aus ihrer Situation herauszukommen. 10 Tage Spaß werden mit Erlernen von Fähigkeiten verbunden. Ihnen wird die Bühne nähergebracht, Elektronik verständlich gemacht und täglich Sport geboten. Entweder Fußball, Basketball oder Schwimmen!
Zusammen mit Falk habe ich Montag die Aufgabe bekommen, den Jugendlichen zwischen 15 und 18 Schwimmen beizubringen.
Abgesehen davon, dass es bis auf Mittwoch, an dem kein Schwimmen war, immer bewölkt und frisch war, sind die Vorrausetzungen mit zwei kleinen Pools miserabel. Aber was soll es. Müde bekommen wir sie trotzdem;).
Trotz leichten Regens und den unangenehmen Außentemperaturen sind wir gestern mit allen ins Wasser gekommen. Auch wenn sie nicht perfekt schwimmen lernen, nehmen sie wenigstens mit nicht immer „nein“ zu sagen, wenn keine perfekten Bedingungen vorliegen.

Die Woche war bis jetzt wirklich spannend, weil ich viel mehr mitbekommen habe als all die Wochen zuvor. Aber Unwissenheit kann manchmal wirklich ein Segen sein…

Meinen Eintrag übers letzte Wochenende habe ich fertig, aber um alle Bilder hochzuladen habe ich nicht mehr genügend Datenvolumen. Ich hoffe, dass ich es morgen machen kann!

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!


Vorletztes Wochenende:

November 30, 2007

Zum Ende dieses Monats noch ein kleiner Post zum vorletzten Wochenende.

Wir sind dort Samstagmorgen zu einem Vorort nördlich von Durban aufgebrochen. Unsere 10€ Herberge inklusive Frühstück lag direkt am Strand, nur leider war der Samstag verregnet.
Da wir in der Nähe des Gateways, dem zweiten großen Shoppingcenter, waren, haben wir fast den ganzen Tag im Luxus verbracht. Im Meer waren wir abends trotz bescheidener Temperaturen aber trotzdem! Sorry, dass ich überhaupt etwas über die Temperatur sage;) Mit „kalt“ meine ich so ca. 20 Grad^^.

Gateway und Pavillion sind also die beiden großen Shoppingcenter Durbans, in der es wirklich wie in Europa aussieht: Wasserspiele, reflektierender Steinboden und alle Weltmarken.
Im hauseigenen Kino sind alle Filme Hollywoods und Bollywoods zu sehen: Vorletzten Freitag habe ich mir The Kingdom angesehen und letzten Freitag „Lions for Lambs“. The Kingdom ist ein gutgemachter Actionfilm mit politischem Hintergrund, aber „Von Löwen und Lämmern“, so der deutsche Titel(…), muss man sehen. Der ist wirklich gut gemacht und kritisch!
Da ich gerade von Fareed Zakaria „Vom Ende der Freiheit. Wie viel Demokratie verträgt der Mensch“ gelesen habe, war dieser Film über die Politik in und von Amerika eine gute Ergänzung.

Samstagabend waren wir in 2 Clubs, die mir beide nicht gefallen haben. Der eine war ein richtig dreckiger „Dark Metal“ Rockschuppen- mit den passend schwarz gekleideten Leuten- und der andere hat den Mainstream von Pop, HipHop, House und Oldies nacheinander gespielt.
Aber gerade weil der Abend nicht so besonders war, ist er eigentlich ein weiteren Beitrag wert. Keine Versprechungen, ich weiß eh nicht ob ich sie einhalte;)

Noch zum Tag bevor es losging:
Unser Bulle im Outreach(wo ich wohne) ist am vorletzten Freitag ausgebrochen und hat unseren blauen Mercedes attackiert. Super! Er hat zwar keine Kratzer im Lack gemacht, dafür aber das linke Rücklicht abgerissen….
Wir sind dann noch vor unserem Ausflug Kleber kaufen gegangen und haben es dann Sonntagmorgen, als es wieder sonnig war, dran geklebt.
Es hält und uns ist aufgefallen, dass es schon einmal zuvor geklebt wurde^^. Mittlerweile lässt er sich nur nicht mehr starten, weil- warum auch immer- die Batterie komplett leer ist… Deutsche Qualität;)

Sonntag waren wir an einem noch weiter nördlich gelegenen Strand, der super schön war. Leider lag er in der Tourismusgegend. Hinzu kam noch, dass es ziemlich windig war. Hat mir aber sehr gut gefallen einen halben Tag am Strand einfach nur zu chillen.

Dieses Wochenende geht’s wandern. Morgen früh um 5.30 werden wir abgeholt und in die südlichen Drakensberge gefahren. Dort mühen wir uns zu 10 einen Berg hoch, übernachten in einer Höhle und kommen Sonntag wieder runter geklettert. Essen, Trinken, Isomatte und Schlafsack- alles was wir brauchen, müssen wir mitnehmen. Wird hoffentlich ein lustiges Abendteuer.

Ich genieße jetzt meinen kurzen Schlaf!
Gute Nacht!

PS: Ich werde in noch später Fotos einfügen!


Nosipo

November 23, 2007

Zum Highlight Nocipo(ich schreibe wie man es spricht^^):
Nosipo

Seit gut 2 Monaten haben wir sie mittlerweile schon auf GGA, wobei sie die ersten drei Wochen ausschließlich bei Heather gewohnt hat.
Von ihrem Vater weiß ich nichts und ihre Mutter ist an Tuberkulose gestorben. Ich habe von der Frau als Leiche im Beitrag von 2.10 geschrieben.

Auf jeden Fall wird sie hier gut versorgt und bekommt bestimmt ab und zu mehr Aufmerksamkeit als gut ist:
Nosipo bekommt Vitaminsaft
Nosipo bekommt Vitaminsaft 2
Hier bekommt sie gerade von Moritz Vitaminsaft. Falk hält sie auf dem Arm.

Ob Junge oder Mädchen ist man als Baby ja immer süß(Nosipo ist übrigens eine Dame). Nach 14 bis 15 Jahren wird man dann cool^^.
MLU
Ganster Mlu(oben) und ….(hab gerade den Namen vergessen…)
Unbekannt;)

Mir geht es hier so weit gut, obwohl ich gerade eine Kröte im Schuh hatte^^. Sie hat sich darin wohl wohlgefühlt.
Ich lüfte abends immer gerne mein Zimmer. Wenn es abends kühl, feucht und kälter wird, bekommen wir immer Besuch von Kröten, die sich anscheindend auch in mein Zimmer kommen. Ich werde meine Tür jetzt immer zu machen und besser mein Fenster öffnen, es gibt ja auch Schlangen hier;).

Ciao!


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